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7.2 Gestein, Boden
7.2.1 Gestein
Gesteine der Trias sind im Regierungsbezirk Kassel am weitesten verbreitet. Mit Abstand dominiert Buntsandstein, der im wesentlichen die Mittelgebirge formt (vgl. Karte 13). Hydrogeologisch läßt sich der nord- und osthessische Raum in vier Großeinheiten unterteilen:
1. Nordhessisches Buntsandsteingebiet einschließlich Zechstein am Schiefergebirgsrand Das Buntsandsteingebiet im Regierungsbezirk Kassel grenzt im Westen an das Rheinische Schiefergebirge und erstreckt sich bis an die östliche Landesgrenze. Dieses Gebiet wird nur durch die Niederhessische Senke unterbrochen. Im Übergangsbereich zum Schiefergebirge liegen unterschiedlich breite Streifen des Zechsteins. Diese Gebiete nördlich des Kellerwaldes sind stark verkarstet.
2. Niederhessische Senke und Röt- bzw. Muschelkalkgebiet nördlich des Kasseler Grabens Zwischen Alsfeld im Süden und Kassel im Norden erstreckt sich die bis zu 18 km breite Niederhessische Senke. Geologisch handelt es sich um einen Senkungsraum, in dem oberflächennah meist tertiäre Sedimente oder tertiäre Basalte anstehen. Nördlich von Kassel schließt sich das Röt- und Muschelkalkgebiet an.
3. Rheinisches Schiefergebirge Das Rheinische Schiefergebirge schließt den Kellerwald und das Waldecker Upland mit ein.
4. Osthessisches Buntsandsteingebiet Das Osthessische Buntsandsteingebiet reicht im Süden von Vorderrhön, Hoher Rhön, Fulda-Bergland einschließlich Knüll-Hochland, Richelsdorfer Gebirge, Ringgau und Sontraer Hügelland bis zum Meißner und dem unteren Werratal. Gesteine des Zechsteins um das Baumbacher Hoch, im Richelsdorfer Gebirge und im Werra-Grauwackengebirge sind stark verkarstet. Gleiches gilt auch für den Muschelkalk des Ringgaus und der Gräben von Sontra, Netra, des Hess. Lichtenau-Altmorschener Grabens und seiner nördlich des Werra-Grauwackengebirges zum Leinetal-Graben ziehenden Verlängerung (DIEDERICH 1991).
(Zum Vergrößern bitte in die Karte klicken)
Durch die starke tektonische Zerlegung des Grundgebirges, durch die ausgeprägte Durchsetzung sowohl der alten Massive als auch der mesozoischen Schollen mit paläozoischem und tertiärem Vulkangestein und durch die zahlreichen Senken und Grabenbrüche entsteht ein sehr komplexes Bild der geologischen Verhältnisse (PÖTSCH und WEINERT 1996). Dies wirkt sich als Standortfaktor direkt auf Vegetation und Fauna aus.
Weitere Aussagen zur Geologie finden sich in den Kurzbeschreibungen der Naturräumlichen Haupteinheiten im Anhang des LRP. Eine Auflistung der Geologisch schützenswerten Objekte >5 ha im Regierungsbezirk Kassel enthält Tabelle 19 in Kap. 7.5.2.3, Teil 1.
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