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Anhang zu Kapitel 7.1.4, Teil 1: Die Fließgewässer im Regierungsbezirk Kassel
Im gleichen Zusammenhang wurden von der LAWA AG O die Begriffe „Entwicklungsziel" und „Ist" - Zustand definiert. Einen Vergleich der Bedeutungen der unterschiedlichen Begrifflichkeiten im Planungsprozeß und in Bewertungsverfahren wird in folgender Tabelle dargestellt:
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Bedeutung |
Gewässerbewertung |
Planung |
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maximal mögliches Entwicklungsziel |
Leitbild |
Maximalforderung „Gewässerschutz" |
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Tatsächliches, allgemein formuliertes Sanierungsziel |
Entwicklungsziel |
Leitbild |
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Aktueller Zustand |
Ist - Zustand |
Ist - Zustand „Gewässer" |
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(nach Tönsmann, 1996, gem. LAWA AGO)
Beschreibung der Einzugsgebiete
Im folgenden werden die einzelnen Einzugsgebiete mit ihren durchflossenen naturräumlichen Einheiten, bzw. Untereinheiten nach KLAUSING (1988) im Regierungsbezirk Kassel beschrieben (Nr. in Klammern), die Reihenfolge der Beschreibungen richtet sich nach der jeweiligen Fließrichtung. Es werden nicht alle betroffenen naturräumlichen Einheiten dargestellt, sondern nur so weit, wie sie für die Fließgewässer von besonderer Bedeutung sind. (Abkürzungen: NN – Normalnull, O – Osten N – Norden, S – Süden, W – Westen)
Das Einzugsgebiet der Weser Folgende naturräumliche Einheiten befinden sich im Einzugsgebiet der Weser (Reg. Bez. Kassel): 370, 370.3, 370.4.
Solling, Bramwald und Reinhardswald (370) Als bedeutendstes und ausgedehntestes Hochgebiet des Weser-Leine-Berglands (37) steigt das Buntsandsteinmassiv des Reinhardswaldes, Bramwaldes und Sollings beiderseits der Oberweser auf über 500 m (nördlicher Solling) an und bildet sanft gewölbte Rumpfflächen, die vereinzelt von Basaltkuppen überragt werden. Die Oberweser hat durch den südl. Teil ein steil geböschtes, etwa 300 m tiefes Tal geschnitten und trennt so den Reinhardswald (370.4) im W vom Solling (370.1) im O. Im Zentrum des Sollinggewölbes hat sich das Uslarer Becken (370.2) eingesenkt. Östlich des Wesertals scheidet die Nieme (bei Bursfelde) in einem etwa 250 m tiefen Tal zur Weser den Bramwald (370.5) im S von der Hauptmasse des Sollings im N. Die Grenzen dieser Haupteinheit gegen die umgebenden Randsenken im Röt sind überall durch die steileren, schuttbedeckten Hänge im Mittleren Buntsandstein klar hervorgehoben. Außerdem stellt sich mit den zahlreichen in den Rand des Gewölbes eingeschnittenen Tälchen, die vielfach felsige Hänge haben, ein völlig anderer Formenschatz ein als in den umgebenden Randsenken und Schichtstufenlandschaften. Weitgespanntes Buntsandsteingewölbe (Mittlerer Buntsandstein) großer Mächtigkeit mit drei Aufwölbungszonen. Im Scheitel des Sollinggewölbes ist das mit tertiären Sedimenten erfüllte Becken von Uslar eingesunken, von dem verschiedene Tertiärgräben ausstrahlen. An den tektonischen Störungen sind vereinzelt Basalte aufgedrungen, welche die Landoberfläche meist als Kuppen überragen. Das anstehende Gestein ist überall von einer mächtigen Decke eiszeitlichen Frostwanderschutts verhüllt, die Hochflächen und sanfter geneigte Hänge überzieht. Kaolinitische (tertiäre) Buntsandsteinverwitterung im Hochflächenbereich führt zu großflächiger Bildung staunasser Böden (Molkeböden). Nach S zur Fulda oder nach O zur Weser entwässernde Bäche sammeln sich in Quellmulden, um sich dann schnell im Buntsandstein einzutiefen, was sich in einer steilhängigen Zertalung äußert.
Potentielle natürl. Vegetation Auf den basenarmen Braunerden der Hochflächen und Berghänge artenarme Hainsimsen-Buchenwälder, an feucht-kühlen Nordhängen in farnreicher Ausbildung. Auf den starken Pseudogleyböden der Hochflächen Eichen-Birkenwald, auf anmoorigen (Stagnogley bis saurer Anmoorgley) Berg-Birkenbruch. Auf besonders exponierten Lagen trockener Buchen-Traubeneichenwald.
Weserdurchbruchstal (370.3) Charakteristisch sind die steilen Gehänge, in die das Wesertal sich bis 300 m tief in das Buntsandsteingewölbe eingesenkt hat. Das Durchbruchstal der Oberweser beginnt am Fulda-Werra-Zusammenfluß in Hann. Münden und endet mit dem Weserknie westl. von Bad Karlshafen. Es umfaßt eine Folge enger Talstrecken mit waldbedeckten Steilhängen und Talweitungen. Bes. in den Talweitungen haben sich lößgepolsterte Mittelterrassen ausgebildet. Bei Bodenfelde ist ein Umlaufberg mit vermoortem ehemaligen Talboden vom heutigen Wesertal abgetrennt.
Reinhardswald (370.4) Weitgespannte, wellige nach W sanft geneigte, zur Weser hin tief zertalte Bundsandsteinhochfläche in 250-450 m Höhe und einzelnen bis 472 m (Gahrenberg, Staufenberg) aufragenden Basaltstielen.
Mündener Fulda-Werra-Talung (370.6) Bei Hann. Münden zusammentreffende Engtäler der Fulda und Werra. Die etwa 200 m tief zw. den Buntsandsteinhochflächen des Kaufunger Waldes (357.7), Reinhardswaldes und Bramwaldes eingesenkten Täler der Fulda und der Werra, vereinigen sich bei Hann. Münden zum Durchbruchstal der Oberweser.
Das Einzugsgebiet der Werra (Reg.Bez. Kassel ) Folgende naturräumliche Einheiten befinden sich im Einzugsgebiet der Werra: 357, 358, 359, 483, 372 z.T., 3 71 z.T., 370 z.T..
Salzunger Werrabergland (359) Ein großenteils plateauförmiges, teilweise aber steilhängig zerschnittenes und in Bergrücken aufgelöstes Buntsandsteinbergland mit langgestreckten, breiten Senken, denen die Werra mehrfach folgt. Das durchschnittlich zw. 350-450 m hohe Bergland erreicht im basaltischen Pleßberg (644 m) die größte Erhebung. Besonders im Verlauf zw. Dornfeld und Heringen (359.11) wird der örtl. bis zu 2 km breite Talgrund der Werra zu einem Engtal und die randlich begrenzenden Sandsteinhöhen erheben sich mit bis zu 200 m steilen Flanken über die in ca. 220 m Höhe liegende Flußaue. Nördl. von Heringen erweitert sich das Werratal zu dem stellenweise über 6,5 km breiten Berkaer Becken (359.12). Das Bergland legt sich trennend zw. den Nordwestlichen Thüringer Wald (391.0) und die Vorder- und Kuppenrhön (353.24).
Überwiegend aus Unterem- und Mittlerem Buntsandstein aufgebautes Bergland mit salztektonisch entstandenen Senken (im Untergrund lagernde Zechstein-Salze, z. B. Kali). Diese Subrosionserscheinungen äußern sich in z. T. wassergefüllten Erdfällen (z. B. Roßdorfer Kutte; 359.0) oder Subrosionssenken mit eingelagertem Lößlehm (359.2). Vereinzelt Basalt-, Zechstein- oder geringflächige Muschelkalkvorkommen (359.0, 359.2). Die Talsohle der Werra wird in verschiedenen Niveaus von stellenweise lößlehmbedeckten, pleistozänen Terrassen begleitet. In der Aue tertiäre Sand-, Kies- und Tonablagerungen unter lehmig-tonigen Hochflutsedimenten (Auelehm).
Schichtquellen im Grenzbereich zw. Mittleren und Unteren Buntsandstein (359.11). Salzwasseraustritte, z. B. bei Philippsthal und Widdershausen (359.11) in die Werra. Sohlequellen, z.T. Versalzung des Grundwassers. Hohe Salzbelastung der Werra durch natürliche und insbesondere durch den Kalibergbau bedingte Einleitungen. Mehrere natürl. Stillgewässer (Erdfälle) im Bergland und in der Werraaue (z.B. Breitunger See; 359.10).
Potentielle natürl. Vegetation: artenarme Hainsimsen-Traubeneichen-Buchenmischwälder auf Sandstein. In den Niederungen Auen- und Bruchwald mit Schwarzerle, Esche und Baumweiden.
Salzungen-Herleshausener Werratal (359.1) Das Salzungen-Herleshausener Werratal setzt sich im wesentlichen aus drei Teilabschnitten zusammen: Das Salzunger Becken (359.10) eine Talsenke mit teilweise steilen Flanken auf der Nordseite und flacheren lößlehmbedeckten, durch Schotterterrassen gestuften Hängen an der Südseite, steht dem stellenweise über 6,5 km breiten Berkaer Becken (359.12) gegenüber, eine Talweitung der Werra, dessen Gestaltung durch Salzauslaugungsvorgänge im Zechstein des Untergrunds mitbestimmt wurde. Verbunden werden beide durch das Dorndorf-Heringer Werratal (359.11), eine Engtalstrecke mit schmaler Sohle, die durch Vorsprünge des benachbarten Buntsandsteins an den Talflanken wiederholt stark eingeengt wird. Der Lauf der Werra ist überwiegend ausgebaut und besitzt nur sporadisch gewässerbegleitende Gehölze.
Unteres Werraland (358) Das Untere Werraland beginnt im S bei Treffurt, die Werra tritt nach dem in Schleifen vollzogenen Durchbruch durch die Muschelkalk-Randplatten des Thüringer Beckens (483) in die Buntsandsteinbucht ein. Hinter der beckenartigen Talweitung von Bad Sooden-Allendorf folgen auf der rechten Seite über 500 m hoch aufragende Buntsandsteinhöhen, in welche die in weiten Mäandern schwingende Werra ein enges Tal mit amphitheaterartigen Prallhängen geschnitten hat (randlich durch Seitenbäche stark zertalt). Bei der Burg Ludwigstein durchbricht die Werra in einer Talverengung einen Muschelkalkgraben (tektonische Störung der Witzenhausen-Altmorschener Talung, 357.5). Im Zuge dieser Störung weitet sich das Tal bei Witzenhausen fort. Die Einheit endet westl. Hedemünden, wo sich das Tal mit dem Eintritt in das Buntsandsteingewölbe an der Oberweser verengt und in die Mündener Fulda-Werra-Talung (370.6) übergeht. Vom Eschweger Becken bis nach Hedemünden hat sich der von Terrassenfluren erfüllte Talraum auf seiner Sohle von 150 auf 130 m Höhe verringert. Die beckenartige Talweitung bei Bad Sooden-Allendorf und das Eschweger Becken sind nicht nur durch Ausräumung der Buntsandstein- und Zechsteinschichten entstanden, sondern auch durch unterirdische Auslaugung von Zechsteinsalzen und Nachsacken der Oberfläche. Dem Sandwald (358.9) liegen auf der Westseite Reste einer Muschelkalktafel auf, die bei Bischhausen und Gertenbach steilhängig unmittelbar an den Fluß herantreten. Die linke Talseite im selben Abschnitt ist durch den Unterwerrasattel (358.0) geprägt, einer Aufwölbung des Grundgebirges. Umgeben von einem Zechsteinmantel aus Dolomit und Gips treten hier devonische Schiefer mit eingeschalteten Diabasen, vereinzelt Kalken sowie darüber unterkarbonischer Grauwacke zutage. Bei Bad Sooden-Allendorf tritt der Zechsteinrahmen, steile Abhänge bildend, bis an die Talaue der Werra und bedingt hier das Austreten von Salzquellen. In der Werraaue sind starke Aufschotterungen und bis 2 m mächtige Auelehmdecken, besonders im Abschnitt hinter Witzenhausen hat das Untere Werratal breitflächige, schwemmlehm- und lößbedeckte Nieder- und Mittelterrassen. Karstwasserquellen und -ströme (358.03) kommen im Gebiet vor.
Der Unterwerrasattel (358.0) ist durch sanftgerundete Berge und Hochflächen aus unterkarbonischer Grauwacke sowie Dolomit, Plattenkalken, Gips und Letten des Zechsteins gekennzeichnet. Die Grauwackenerhebungen finden im 490 m hohen Roßkopf (358.02 Soodener Bergland) ihre zentrale und höchste Erhebung und werden als Kern der Grundgebirgsaufwölbung von offenen, ca. 350 m hohen Zechsteinhochflächen umgeben. Mit steilen bewaldeten Hängen fallen sie zu den tief eingeschnittenen, der Werra zugewandten Quertälern ab. Nach NW über das schmale, 100 m tief eingeschnittene Kastental der unteren Gelster (358.01) hinweg, schließt sich das Kleinalmeroder Hügelland an (358.00). Es bildet ein Zechstein-Hügelland mit schmalsohligen, leicht gewundenen Wiesentälchen, das im NW von den bewaldeten, hufeisenförmigen Buntsandsteinhöhen des Hinteren Kaufunger Waldes (357.72) umgeben wird. Die Bäche, die das Zechsteinhügelland queren, entspringen hauptsächlich an den bewaldeten Abhängen des Hinteren Kaufunger Waldes und streben teils der Werra direkt zu, teils ihrem Nebenfluß Gelster. Im S schließt sich das Meißnervorland (358.03) an, das durch sanfte Hänge mit zahlreichen Quellaustritten gekennzeichnet ist. An den Flachhängen der östl. Bergfußzone des Hohen Meißners steht von Basaltschutt überrollter Unterer Buntsandstein an, der im Übergang zur weiten Talmulde um Frankershausen von einem reichen Kleinrelief aus kleinen Gips- und Dolomitrücken des Zechsteins zw. flachen Senken und örtlichen Erdfällen („Kripplöcher", „Hielöcher") abgelöst wird. Hier sammeln sich die zahlreichen, am Hang des Ostmeißners entspringenden Quellbäche und fließen auf ihrem Weg durch das Meißnervorland von zahlreichen schüttungsstarken Karstquellen ergänzt über Oberrieder Bach und Berka der Werra zu. Die Untereinheit ist größtenteils durch einen Karstwasserhaushalt geprägt. Bes. im Gips, Dolomit und Kalk treten Dolinen und Trockentäler auf.
Die Werra tritt aus dem engen Durchbruchstal durch den Muschelkalk südöstl. Treffurt in eine hauptsächlich im Buntsandstein angelegte Weitung, die wie eine große Bucht in die Wellenkalkstufe der westthüringischen Randplatten (483) eingreift (358.1 Treffurt-Wanfrieder Werratal).Der Fluß pendelt in sanften Schlingen in einer 500 bis 1500 m breiten, auelehmerfüllten Talsohle. Schmale, im Bereich der Mittelterrassen mit Lößlehm verkleidete Reste von Aufschüttungsterrassen setzen unter den mäßig steilen, teilweise lößlehmbedeckten Talhängen im Unteren Buntsandstein an.
Darüber erheben sich steilere und weniger zerrunste Hänge im Mittleren Buntsandstein. Die Schwemmkegel der einmündenden Seitenbäche bilden die bevorzugten alten Ortslagen (Heldra, Wanfried). Über der Buntsandsteinstufe erhebt sich auf beiden Talseiten die Steilstufe des Unteren Muschelkalks (Wellenkalkstufe). Die Werra fließt durch das schwach hügelige, z.T. mit Lößlehm ausgekleidete offene Eschweger Becken zw. 150 bis 319 m Höhe, das im Westteil im Zechstein und im Osteil im Unteren Buntsandstein ausgebildet ist und eine etwa 2 km breite Flußniederung ausgebildet hat.
Das Sooden-Allendorfer Werratal ist ein windungsreiches, wechselnd engeres und weiteres Durchbruchstal in Zechstein, Buntsandstein und Muschelkalk mit der Talweitung von Bad Sooden-Allendorf. Es beginnt mit dem Eintritt der Werra aus dem Eschweger Becken in die freigelegten Gesteine der Zechsteinformation und Grauwacke des Unterwerrasattels (358.0) und endet westl. der Burg Ludwigstein hinter einem Durchbruch durch Muschelkalk. Getrennt werden die engen, z.T. stark gewundenen Talstrecken in der Mitte durch die Talweitung von Bad Sooden-Allendorf. Im W tritt das Soodener Bergland (358.02) mit z.T. steilen Gehängen in Grauwacke und Buntsandstein unmittelbar an das Werratal heran. Bei der Anlage der Talweitung hat Salztektonik infolge unterirdischer Auslaugung von Salzen mitgewirkt. Aus dem Zechstein aufsteigende Solquellen gibt es bei Bad Sooden-Allendorf (Heilbad).
Bei Lindewerra hat der Fluß einen besonders markanten Prallhang in den bis über 500 m aufragenden Buntsandsteinhöhenzug des Höhebergs geschnitten. Eine starke Einengung erfährt das Werratal im Durchbruch durch den Muschelkalk im Zuge der Witzenhausen-Altmorschener-Talung, um sich danach bei Wendershausen wieder aufzuweiten. Selten sind Altwässer in diesem Raum.
Witzenhausen-Hedemündener Werratal (358.4): Geräumiges, 1 bis 3 km breites und gestrecktes Tal mit Schotterterrassenflur in 130 bis 200 m Höhe vor dem Ostabhang des Kaufunger Waldes (357.7). Aus der Flurterrasse erheben sich linksseitig einzelne Muschelkalkhöhen bis zu 239 m (Talaue um 130 m). Die Talweitung bei Hedemünden beruht darauf, daß der Fluß hier auf einer kurzen Strecke durch die ausgeräumte Rötschicht zwischen dem Mittleren Buntsandstein und der Muschelkalkschichtstufe fließt. Die linksseitig flächenhaft entwickelten Terrassen werden durch mehrere starke Seitenbäche aus dem Kaufunger Wald zerschnitten. Die Werramäander haben der Südflanke des Höhebergs (358.6 Höheberg) eine wechselnde Struktur aus teilweise steilen glatten Prallhängen und vorspringenden Bergspornen verliehen.
Solling, Bramwald und Reinhardswald (370), Mündener Fulda-Werra-Talung (370.6) Bei (Hannoversch) Münden zusammentreffende Engtäler der Fulda und Werra. Die zwischen den Hängen des Reinhardswaldes und Bramwaldes eingesenkten Täler der Fulda und der Werra vereinigen sich bei Münden zum Durchbruchstal der Oberweser. Hier liegt die Altstadt Hann. Mündens auf einem niedrigen Terrassenzwickel zw. Fulda und Werra. Im Vergleich zur breiteren Oberweser, dessen naturräumliches Gefüge durch einen Wechsel von Talweitungen mit breiten Schotterterrassen und Verengungen bestimmt ist, beschränken sich in den engen Tälern von Fulda und Werra die Aufschüttungsterrassen auf schmale Leisten bzw. Terrassenreste an den Hängen.
Das Einzugsgebiet der Fulda Folgende naturräumliche Einheiten befinden sich im Einzugsgebiet der Fulda: 354 (z.T.), 353, 352, 350 (z.T.), 355, 356 (z.T.), 357, 343 (z.T.), 370.
Die Fulda entspringt in der Hohen Rhön auf der Wasserkuppe (950 m ü. NN) aus einer gefaßten Quelle, die Wasserkuppenrhön besteht aus Basalt und Phonolith mit zwischengeschalteten tertiären Sedimenten.
Die pot. nat. Vegetation in den Bachtälern: Hainmieren-Erlen-Auwälder, Eschen-Erlen-Auwälder, Erlensumpfwälder, Karpaten-Birken-Wälder.
Mehrere Bäche der oberen Fulda, so z.B. der Döllbach, die Schmalnau, haben im Oberen und Unteren Buntsandstein tiefe Kerbtäler ausgebildet.
In der Vorder- und Kuppenrhön folgent über einer Tafel Mittleren Buntsandsteins die Schichten des Oberen Buntsandsteins (Röt), an vulkanisch geschützten Stellen liegen die des Muschelkalks und Keupers auf, denen dann meist Basaltdecken, -kegel oder -kuppen folgen. Neben Basaltdurchbrüchen durchsetzten östl. von Fulda kleine Phonolitstiele (z. B. Milseburg, 353.21) den Buntsandstein und rufen ein kleinkuppiges Relief hervor
Die Talbreite beträgt bei Gersfeld ca. 250 m, das Gefälle liegt bei ca. 16 ‰.
Der Gewässerabschnitt, etwa ab der Fliedemündung bis Bad Hersfeld ist gekennzeichnet durch Wechsel von weiten Becken und Talverengungen, das weite Becken in Höhe von Ziegel-Bronnzell beträgt ca. 250 - 350 m.
Der Senkenraum besteht vorwigend aus Lößlehm über Gesteinen des Trias (Röt, Muschelkalk, Keuper) aus denen Basaltkegel aufragen.
Das Tal der Fulda zwischen der Fuldaer Senke und dem Bad Hersfelder Becken besteht aus einem teils eingeengten ca. 200 m breiten und aufgeweiteten bis zu 1 km breiten Sohlental, das Gefälle beträgt hier ca. 0,93 ‰.
Die Auenböden bestehen hier aus Braunerden, pseudovergleyten Parabraunerden auf Sandstein und Lößlehm. Das Fulda-Werra-Bergland, welches vorwiegend aus Buntsandstein und Zechstein besteht, läßt sich in drei charakteristische Räume unterteilen:
- das Bebraer Becken, die Fulda ändert hier ihren Verlauf fast in einem rechten Winkel („Fuldaknie") von NO nach NW, die ca. 3 km breite Aue besteht vorwiegend aus Braunerden auf Sandstein, Parabraunerden und Pseudogley-Parabraunerden auf Pseudogley
- das Rotenburger Becken, hier beträgt die Breite des Sohlentales ca. 1 - 1,5 km,
- das Melsunger Fuldatal, enges, stark gewundenes Sohlental im Buntsandstein mit ausgeprägten Prall- und Gleithängen. Das durchschnittliche Gefälle in diesem Abschnitt beträgt ca. 0,67 %o.
Wichtige Zuflüsse der Fulda: Schmalnau, Lütterbach, Fliede, Döllbach (mit Thalaubach), Schlitz, Altefeld, Jossa, Aula, Haune, Nüst, Bieber, Traisbach, Ulfe, Hasel, Beise, Pfieffe, Kehrenbach, Mülmisch, Eder, Baune, Ahne/Wahlebach, Losse, Nieste.
Das Einzugsgebiet der Diemel Folgende Naturräumliche Einheiten befinden sich im Einzugsgebiet der Diemel Nr.: 332 (tw.), 333 (tw.), 340 (tw.), 341 (tw.), 342 (tw.), 343 (tw.), 360, 361, 370 (tw.).
Die Diemel entspringt auf etwa 680 m über NN im Nordostabfall des Rothaargebirges (Naturräumliche Einheit 333.9 Upland). Von hier fließt sie nach Norden und speist zusammen mit der Itter den Diemelstausee. In ihrem Oberlauf fließt sie mehrfach durch Nordrhein-Westfalen, sie mündet bei Bad Karlshafen in die Weser zu münden (96 m über NN). Die wichtigsten Zuläufe sind: Itter, Orpe, Twiste, Warme, Esse.
Charakteristisch für das Quellgebiet der Diemel (und der Itter) ist die großwellig bewegte Landschaft mit dem flächenhaften Charakter der Hochgebiete mit einzelnen überragenden Härtlingskuppen, hügelig ausgeformten Hochmulden und steilen, tief von den Rändern her ins Hochland eingeschnittenen Talgründen. Die geringe Speicherfähigkeit des Schiefergesteines und die reichlichen Niederschläge im Einzugsgebiet (800 - 1450 mm) bewirken eine periodisch stark schwankende Wasserführung der Fließgewässer. Geologisch besteht das Upland aus Ober- und Mitteldevonischen Ton- und Kieselschiefer, Sandstein, Grauwacke und Quarzit. Die Bergkuppen am Ostrand des Gebirges bestehen aus Oberdevonischem Kalksteinen und Tonschiefer. Querverwerfung und Faltung führten hier zu flachgründigen bis mittelgründigen, basenarmen, sandig bis steinigen Silikatverwitterungsböden, in den Mulden auch zu periglazialem Fließbodenschutt. Mit Beginn des Diemelstausees erreicht der Talgrund eine Höhe von 375 m über NN. Nach dem Stausee fließt die Diemel auf NRW'scher Seite bis Wrexen (Naturräumlichen Einheit „Mitteldiemelsenke" ). Sie fließt hier auf 200 m über NN in einem becherförmig erweiterten Tal. Die stark grundwasserbeeinflußten Alluvialböden des Talbeckens sind durch die Begradigung der Diemel trocken geworden und werden bis auf die gewässernahen Bereiche ackerbaulich genutzt. Die Diemel hat bis hier die unterschiedlichsten Gesteinsfolgen durchschnitten. Dazu gehören Unterer und Mittlerer Buntsandstein bei Wrexen und die Rötgräben in der Rhodener Senke. Nach einer weiteren Fließstrecke auf dem Gebiet Nordrhein-Westfalens tritt die Diemel bei Haueda wieder auf hessische Seite. Hier besitzt sie im Vergleich zum vorherigen Abschnitt ein lebhafteres Relief, da sie sich 40 - 60 m tief in den Muschelkalk eingegraben hat. Durch die Auslaugungsvorgänge im Mittleren Muschelkalk wurde wahrscheinlich die Bildung des schmalen und engen Tales geprägt. Innerhalb des Naturraumes haben seitlich von dem Sohlental der Diemel und Warme abzweigende Erosionskerben ein lebhaftes Relief geschaffen. Stichproben in den Auen der Diemel, Warme und Nebenbächen haben gezeigt, daß neben Braunen Aueböden und Braunen karbonathaltigen Aueböden aus Bodensedimenten verbreitet auch Auenpararendzinen aus Schwemmlöß auftreten. Dieser Auelehm besitzt eine Mächtigkeit von 1 - 4 m. Er besteht hier entsprechend der umliegenden Gesteine aus Ton, Lehm und lagenweise stark abwechselndem Sandgehalt. Die Diemel durchfließt dann die Hofgeismar Rötsenke. Sie hat dort ein langgestrecktes, nur 1 bis 2 km breites Tal ausgeräumt und fließt in leicht mäandrierender Form in Richtung Trendelburg. Von Trendelburg aus fließt die Diemel in großen Mäandern nordwärts, um dann bei Bad Karlshafen in die Weser zu münden, wobei sie erst die Muschelkalkplatten des Oberwälderlandes und dann das Buntsandsteingewölbe des Reinhardswaldes durchfließt.
Die Itter Die Itter entspringt im Upland auf 760m über NN und fließt fast parallel zur Diemel nach Norden. Die Charakteristik der Itter entspricht der der Diemel im Oberlauf.
Die Orpe Die Orpe entspringt in der Obermarsberger Hochfläche (Naturräumliche Einheit 340.00), fließt von dort in Nordöstliche Richtung der Diemel entgegen. Auf ihrem Weg zerteilt sie den Orpewald (Naturräumliche Einheit 340.1) - eine Buntsandstein Hochfläche - in zwei Teile. Das gut 100 m tief eingeschnittene Orpetal wird überwiegend landwirtschaftlich (Grünland) genutzt.
Die Twiste Die Twiste entspringt in 500 m Höhe über NN am Ostabfall des Sauerländischen Schiefergebirges. Sie fließt in östliche Richtung durch die Waldecker Tafel. Der Twiste-Durchbruch bei der Ortschaft Twiste teilt die inselhaft gelegene Buntsandsteinhochfläche in zwei Flügel. Hier hat sie ein schmales, enges Tal in den Buntsandstein geschnitten. Im Talgrund beträgt die Auelehmmächtigkeit 1,5 bis 2,5 m. Bei Wetterburg wird die Twiste zu einem Stausee als Hochwasserrückhaltebecken aufgestaut. Nach der Talsperre tritt die Twiste von Westen kommend aus ihrem engen Tal in die offene Beckenebene der Naturraumliche Einheit „Waldecker Wald" (340.1) ein. Die Böden dieses Beckens werden aus Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper des UnterEn Juras gebildet. Hinzu kommen noch einzelne Lößlehm Überdeckungen. Der flache Buntsandsteinrücken, auf dem der alte Stadtkern von Volkmarsen liegt, hat zur Aufstauung der Twiste geführt und in der Folge zu einer ausgedehnteN Niedermoorbildung im Großen Stadtbruch von Volkmarsen. Nördlich von Volkmarsen überquert die Twiste die West-Randströrung des Volkmarsener Grabens und folgt diesem in einem weiten, in den weichen Keuperschichten ausgeräumten Tal (Auelehm stellenweise 4-5m Mächtigkeit) bis 1 km nördlich von Welda. Sie verläßt hier den Volkmarsergraben durch ein enges Durchbruchstal, das im Nordosten anschließende tektonische Schollenmosaik querend, bis zur Mündung in die Diemel bei Warburg (160 m über NN). Die hessische Seite verläßt die Twiste schon vor Welda.
Die Warme Die Warme entspringt in der Nähe von Martinhagen auf einer Höhe von 385 m über NN. Dies liegt im Naturraum „Habichtswälder Bergland" (342). Von hier fließt sie in nördliche Richtung durch das landwirtschaftlich intensiv genutzte Gebiet der Habichtswälder Senke. Diese Senke besteht geologisch aus Rötlehm. Bei Zierenberg fließt die Warme dann in den Naturraum „Zierenbergergrund", welcher durch tiefgründige, kalkreiche Verwitterungslehme - meist mit Löß und Röt - charakterisiert wird. Nördlich von Zierenberg durchbricht die Warme bei Rangen und Hohenborn den Muschelkalk des Malsburger Waldes in einem bis auf die Rötunterlage eingeschnittenen Engtal. Im weiteren Verlauf quert die Warme in nordwestlicher Richtung die Westuffelner Senke. Diese weist neben den fruchtbaren, mit Lößlehm versetzten Rötböden, noch zahlreiche Quellmulden und in den Auen vergleyte Böden auf. Nördlich der Westuffelner Senke erhebt sich die Beverplatte. Diese Naturräumliche Untereinheit (361.02) der Haupteinheit „Oberwälder Land" (361) wird von der Warme in Süd-Nord Richtung von Niedermeiser bis Liebenau durchflossen. Von der Höhe der Muschelkalkplatte ziehen kleine Bäche (Quellhorizonte an der Grenze zw. Oberem und Unterem Muschelkalk) und Erosionskerben zur Talsohle der Warme. Bei Liebenau mündet die Warme in die Diemel (140 m über NN).
Die Esse Die Esse entspringt bei Hohenkirchen, auf 260m über NN und verläuft dann in nördlicher Richtung in der Hofgeismarer Rötsenke. Diese Senke ist ein langestrecktes, nur 1 bis 2 km breites von der Esse ausgeräumtes Tal. Der Gewässerreichtum der Senke entstammt den Quellhorizonten der Platten und Hochflächen zu beiden Seiten und mit der Folge frischer Böden (Grundwassergleyböden) im Talgrund. Abgesehen von einzelnen mit Perlgras-Buchenwäldern bestandenen Basaltkuppen und einem Perlgras-Buchenwald auf frischen Röttonböden bei Schloß Wilhelmstal, bilden die weichgeformten lößlehmbedeckten Hänge fruchtbares offenes Acker- und Grünland. Auf den sanft ansteigenden Osthängen des Essetals gibt es Reste von Muschelkalkausliegern die mit Kalktrockenrasen und Gebüschen bestanden sind. Vor Trendelburg mündet die Esse in die Diemel (120m über NN).
Das Einzugsgebiet der Eder Folgende Naturrämliche Einheiten befinden sich im Einzugsgebiet der Eder: Nr. 333 (nicht mehr im Reg. Bez. KS), 332, 340, 344, 341, 342 z.T, 356 z.T.
Die Eder entspringt auf etwa 620 m über NN und überwindet auf ca. 42 Fließkilometer in NRW ca. 264 Höhenmeter (ca 6,3 %o mittleres Talgefälle). Von der Landesgrenze bis zur Ittermündung (356 m über NN - 242 m über NN) ergibt sich ein mittleres Talgefälle von 2,0 ‰. Die wichtigsten Zuläufe aus dem Norden: Nuhne, Orke, Aar, Itter. Insgesamt ergibt sich durch die geringe Speicherfähigkeit des Schiefergesteins und das niederschlagsreiche Einzugsgebiet eine periodisch stark schwankende Wasserführung. Es gibt zahlreiche Quellen , Bachläufe sind z.T tief eingeschnitten. Geologisch besteht eine wiederholte Aufeinanderfolge unterschiedlich erosionsanfälliger Gesteine (Grauwacke, Ton- und Kieselschiefer, Schiefer). Die Böden sind vorwiegend flachgründige basenarme lehmgrusige bis steinige Gebirgsböden.
Das Edertal bei Herzhausen besteht aus einem breiten, in Kulmgrauwacke eingelassenen Taltrog. Der 340 - 370 m hohe, ostwärts sich verbreiternde „Hochboden" des Edertroges ist nach unten mehrfach abgestuft und von den Tälern der Itter, Werbe und des Reiherbaches bis ins unterlagernde Grundgebirge eingekerbt. Die Eder weist hier kräftig eingesenkte Flußschlingen auf.
Die Itter/die Asel Das Gefälle ist im Gebiet der Enser Mulde gering, erst mit dem Eintritt in den unteren Zechstein bei Dorfitter schneidet sich das Ittertal tief in den Zechstein und dann mit geringerem Gefälle in die Grauwacken und Tonschiefer. Einen ähnlichen Verlauf weist die Asel auf, deren Tal im Buntsandsteingebiet nur flach eingeschnitten ist, erst bei Eintritt in den Zechstein bei Vöhl erhält sie ein stärkeres Flußgefälle, wie sich auch die Werbe mit ihren Nebengewässern Walme und Lauterbach aus einem Muldental zu einem Kerbtal entwickelt. Die Gewässerdichte beträgt 0,86 km/qkm (TK 25 Nr. 4719, Korbach), die Quellendichte beträgt 2,65 Quellen/qkm. Eine verhältnismäßig hohe Dichte findet man im Niederschlagsgebiet der Itter in Höhe Nieder-Ense und Dorfitter (8,5 Qellen/qkm). Die i.A. geringe Quellendichte ist auf die höhere Durchlässigkeit der Buntsandstein- und Zechsteinschichten zurückzuführen. Der Ederstausee wurde zwischen 1908 und 1914 zur Niedrigwasserregulierung der Weserschiffahrt erbaut (ca. 26 km lang, max. 1 km breit) Der Flußverlauf der Eder wurde schon im Jungtertiär angelegt und hat sich seitdem kaum verändert. Unterhalb des Ederstausees ist das Edertal eng und tief, im Osten dagegen flach und weit ausgebildet. Die Täler und die Senken bestehen im Untergrund aus weichen Gesteinen, vorwiegend Tonschiefern. Die wesentlichen Zuflüsse der Eder sind von N die Werbe, die Netze, der Böhne- und der Mölcherbach, von S bilden die Wese und die Wilde die größten Zuflüsse. Die Täler besitzen hier einen ebenen Talboden und sind fast stets im oberen Teil mit Hochflutlehm gefüllt, die eine wechselnde Mächtigkeit aufweisen (wenige cm bis 3 m im Edertal). In den größeren Tälern (Eder, Wilde, Wese, Netze) liegen unter dem Hochflutlehm fast stets Kies und Sand mit Einschaltungen älterer Hochflutlehme. Das Liegende der Täler besteht aus Fels, welcher nur gering verwittert ist. Noch im letzten Jahrhundert verlagerte die Eder örtlich ihr Bett. Die Sedimente der Altäufe bestehen vorwiegend aus Abschwemmassen über Hochflutlehm oder Kies, seltener sind anmoorige Schlicke enthalten. Die heutige Talbreite beträgt max. 1,5 km. Die Gewässerdichte beträgt 1,08 km/qkm (TK 25 Nr. 4820, Bad Wildungen) Die relativ geringe Dichte beruht auf dem größeren Flächenanteil verkarsteter Gesteine mit flächenhafter Gewässerversickerung. Die Wasserführung der Bäche ist hier entscheidend vom Jahresgang der Niederschläge abhängig. (Die Niederschläge betragen 580 - 750 mm/a). In Höhe von Ungedanken fließt die Eder zwischen dem Buntsandsteingebiet des Alten Waldes im N und dem Hessenwald im S durch eine Talverengung. Nach Osten führt der Flußverlauf durch die sich weitende Ederaue in mehreren Schleifen. Der Unterlauf der Eder zeichnet sich duch weiträumige Auenbereiche aus, die früher zweifellos von breiten Auenwäldern eingenommen waren. An der Mündung der Schwalm in die Eder befindet sich ein weiträumiges, klimatisch mildes und trockenes Becken. Zwischen Fritzlar und Homberg bietet die offene Senke das einheitliche Bild einer von breiten Flußniederungen durchzogenen Börde. Lößüberdeckter Buntsandstein, tertiäre Lockergesteine aus Sand und Ton im Wechsel mit breiten auenlehmbedeckten Flußniederungen bilden das naturräumliche Gefüge (Sohlental). Die unter den Auenböden anstehenden mächtigen Schotter werden an verschiedenen Stellen (z. B. Felsberg, Wabern) ausgekiest, so daß sich eine große Anzahl von Baggerseen in der Aue befinden (örtl. mit Freizeitnutzung). In dem mit mächtigen schwarzerdeartigen Lößlehmböden bedeckten Becken herrscht ein niederschlagsarmes (550 mm/a) sonniges Klima.
Die pot. nat. Vegetation der Ederauen: Weichholz- und Hartholzauenwälder (Salicetum albo - fragilis bzw. Alno - Padion).
Die Elbe: Die Elbe, die aus dem N westlich von Fritzlar in die Eder mündet, entspringt N von Ippinghausen und erreicht dort das Gebiet des Naumburger Grabens. Sie durchquert die Rötscholle und biegt östlich von Ippinghausen nach S um. Die Elbe ist schon im Oberlauf ein sehr wasserreicher Bach. Der Elber Grund stellt eine offene Röt- und teilweise Muschelkalksenke dar. Die pot. nat Vegetation des Elbetales ist der Hartholzauenwald (Alno - Padion).
Die Ems : Ein weiterer bedeutender Zufluß der Eder ist die Ems. Sie enstspringt in der Nähe von Breitenbach und durchquert ein Rötgebiet (oberer Buntsandstein). Sie ist bereits in ihrem Oberlauf ein sehr wasserreiches Gewässer. Starke Quellen (SW von Sand) führen ihr neben den Seitenbächen noch größere Wassermengen zu. Die Ems mündet östlich von Böddiger in die Eder.Der Unterlauf der Eder mündet bei Edermünde in die Fulda.
Das Einzugsgebiet der Schwalm Folgende naturräumliche Einheiten befinden sich im Einzugsgebiet der Schwalm: 346, 343, 356.
Die Schwalm entspringt SE von Wallenrod (Pfingstberg ) in 495 m über NN (Reg. Bez. Gießen).Sie durchfließt die weite, offene Alsfelder Mulde und tritt dann in die Oberhessische Schwelle ein, der Schwalmgrund liegt bei etwa 220 m über NN. Im Verlauf der Schwalm von Alsfeld bis Schlierbach senkt sich der Talgrund auf rund 35 km nur geringfügig von 250 m auf 210 m ab. Der Naturraum der Oberhessischen Schwelle besitzt ein weitmaschiges Gewässernetz. Wiera, Gilsa und Antreff entwässern nach NO in die Schwalm. Das Gebiet der Wasenberger Terrassen ist mit einer bis zu 10 m Lößlehmdecke überzogen. Das Gebiet des Schwalmgrundes ist durch flache Hänge, weite Talmulden und breiten Terrassenflächen gekennzeichnet. Hinter Loshausen gabelt sich die Schwalm in die „Alte Schwalm" und den Mühlgraben, beide vereinigen sich wieder hinter Ziegenhain.
Die Berf ist einrechter Zufluß vom Westfuß des Rimberges kommend, das Tal der Berf folgt einer herzynischen Verwerfung (nordwestliche).
Der Bodenbach mündet bei Schrecksbach
Die Grenff entspringt am Nordfuß des Rimbergs (SW Machtlos).
Die Antreff ist ein wichtiger linker Zufluß der Schwalm und hat etwa die gleiche Länge wie die Schwalm (bis zur Mündung in diese), sie entspringt im Vogelsberg. Anstau bei Angenrod, Antrifttalsperre. Paralleler Lauf zur Schwalm, Zuflüsse sind der Fischbach, in der flachen lehmbedeckten Talsenke kommen noch der Leim- und der Welzebach hinzu, die Antreff mündet bei Loshausen in die Schwalm.
Die Steina entspringt im Knüll und fließt in westlicher Richtung zuerst durch ein etwas weiteres, dann durch ein enges Kerbtal, sie mündet bei Steinatal in die Schwalm.
Die Wiera entspringt SE von Neustadt (Reg. Bez. Gießen), fließt durch ein schmales Tal mit geringen Aufweitungen und mündet in Treysa in die Schwalm.
Potentielle natürliche Vegetation: Flußauenwälder in der Schwalmniederung bei Loshausen und Steina, Auen- und Quellwälder
Die Schwalm wird im weiteren Verlauf durch den Basaltkegel der Landsburg gezwungen, einen weiten Bogen zu fließen und quert dann den Löwensteiner Grund (343.11), dabei wird der steile Altenburgrücken kräftig unterquert. Bei Kerstenhausen durchbricht sie den Hessenwald (341.6, Mittlerer Buntsandstein) in einem 150 m tiefen Einschnitt.
Die Gilsa entspringt im Kellerwald und mündet bei Bischhausen in die Schwalm
Die Urff entspringt im Kellerwald und fließt durch ein enges Kerbtal in SW Richtung und mündet bei Niederurff in die Schwalm
Bei Uttershausen mündet die Efze in die Schwalm, die ihrerseits westlich von Wabern in die Eder mündet.
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